Landschaftspflege

Landschaftpflege am Feuchtgebiet "Hüttlein". Weiteren Einsatz am Trockenhang gegenüber am Waldrand parallel durchgeführt.

Fotos: NABU-Gruppe Boxberg

Ein verrücktes Jahr 2020 ging für die Aktiven der NABU-Gruppe Boxberg am Samstag, den 28. November 2020 zu Ende. Viele Veranstaltungen mussten das ganze Jahr über hinweg ausfallen. Die Pandemie verhinderte die Durchführung vieler liebgewonnener Termine. Die Landschaftspflege ab Mitte September hingegen konnte nicht verschoben werden. Aus diesem Grund wurde bei jedem Einsatz mit reduziertem Personal oder zeitversetzt gearbeitet. Auch heute waren 5 Aktive in zwei Gruppen eingeteilt. Dieter Trunk und Wilfried Keller waren dabei mit den Motorsensen im Einsatz: Der Trockenhang am Waldrand gegenüber des Feuchtgebietes "Hüttlein" verbuscht zunehmend. Die seltenen Pflanzen würden mit der Zeit verschwinden, wenn die Fläche nicht freigehalten würde. Dieter Pfeiffer am Balkenmäher und Christine Trunk mit Michael Hökel entfernten einen Teil des Altgrases um den neu angelegten Tümpel im Gewann "Hüttlein". Mit warmem Tee und coronakonformem Vesper (einzeln verpackte belegte Brötchen), sorgte Claudia Schlör für einen herzlichen Abschluss des letzten Arbeitseinsatzes im Jahr 2020. Herzlichen Dank an alle Heler*innen in diesem Verrückten Jahr!



Landschaftpflege im Feuchtgebiet "unteres Ried". Große Anzahl an ehrenamtlich Helfenden. Zwergmaus als Rarität.

Fotos: NABU-Gruppe Boxberg

September und Oktober sind bei der NABU-Gruppe Boxberg die schweißtreibenden Monate im Jahr. Jetzt im Spätherbst wird an vielen Stellen die notwendige Landschaftspflege durchgeführt. Oftmals wird die Gruppe von Landwirten unterstützt. Trotzdem bleibt noch genug, um selbst "hand anzulegen". Am Samstag, den 10. Oktober 2020 traf man sich um 9.00 Uhr zur Pflege des Feuchtgebietes "unteres Ried".

6 Erwachsene und 2 Kinder ergaben eine schlagkräftige  Truppe. Zunächst wurde mit zwei Motorsensen und einem Balkenmäher die Hälfte der Halbinsel gemäht. Warum nur die Hälfte? Die Fläche muss gemäht werden, damit diese nicht verbuscht. Um den Eingriff für Tiere und Pflanzen jedoch möglichst gering zu halten, mähen wir jedes Jahr nur eine Hälfte und im darauffolgenden Jahr die andere Hälfte. Diese Methode hat sich im "unteren Ried" bewährt. Zum einen kann die Vegetation nach der Mahd wieder frisch austreiben und auf der anderen Seite wird z.B. der Lebensraum der Zwergmaus geschont und es bleiben samentragende Pflanzen als Nahrung für Vögel im Winter stehen. Nach 2,5 Stunden wurde der Pflegeeinsatz mit einem Vesper auf Abstand beendet.



Die Kanadische Goldrute wird von der NABU-Gruppe Boxberg in zwei Schutzgebieten nicht geduldet und deshalb entfernt.

Fotos von Finn und Michael Hökel bitte anklicken!

Seit über 5 Jahren versucht die NABU-Gruppe Boxberg in Absprache mit der unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt des Main-Tauber-Kreises diese fremdländische (Neophyt) und invasive Art zu entfernen. Wenn die Pflanze flächig auftritt, verdrängt sie die heimische Flora komplett und die Artenvielfalt sinkt. Dadurch dass sich die Pflanze sowohl über Samen als auch Rhizome ausbreitet und zudem kaum natürliche Fressfeinde hat, versuchen die Aktiven der NABU-Gruppe Boxberg die Pflanze in Schach zu halten. Im Feuchtgebiet "Unteres Ried" ist dies auch nahezu gelungen. Im Naturschutzgebiet "Äußeres Ried" hingegen sind die Bestände so groß, dass man eine weitere Ausbreitung nur verhindern kann. Eine vollständige Entfernung der Pflanzen ist hier kaum mehr möglich.



Blumenwiesenmahd ist notwendig, die Artenvielfalt zu erhalten - Unterstützung durch die Brüder Karlheinz und Helmut Wild

Um den Charakter gewachsener Kulturlandschaften wie den einer Blumenwiese zu erhalten, bedürfen viele Flächen einer besonderen Pflege. Im Gewann „Hüttlein“ bei Wölchingen hat die NABU-Gruppe Boxberg mehrere solcher Wiesen in Pflege. Diese sind sogenannte „Pufferzonen“ für das dortige Naturschutz-gebiet „Äußeres Ried“. Sie werden einmal im Jahr mit einem Balkenmäher gemäht. Der Mähtermin ist immer erst um den 1. Juli herum und es erfolgt keine Düngung der Flächen. Mähen an sich ist jedoch notwendig, da die Flächen sonst mit der Zeit verbuschen würden und dann nicht mehr die gleiche Wertigkeit für die dort lebenden Tier- und Pflanzenarten hätten.

 

Derzeit betreut die NABU-Gruppe Boxberg mehr Flächen als von den Aktiven selbst gemäht werden könnte. Aus diesem Grund wird die Gruppe von Landwirten, die entsprechende Mähgeräte besitzen unterstützt. Auch der kommunale Landschafts-pflegeverband Main-Tauber mit Geschäftsführer Lorenz Flad unterstützt die NABU-Gruppe Boxberg immer wieder bei den anfallenden Arbeiten.