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Blütezeit des Gelben Frauenschuhes an zwei geschützten Standorten bei Boxberg: Mehr als 30 Blüten gezählt.

Fotos von Michael Hökel anklicken!

Der Gelbe Frauenschuh ist nicht nur in Boxberg selten geworden. In vielen Wäldern ist er ausgestorben. Er steht deshalb unter strengem Schutz! Gründe für das Verschwinden der größten Orchidee bei Boxberg gibt es viele. Das Ausgraben der Pflanzen für den eigenen Garten zählte in der Vergangenheit oft dazu. Aus diesem Grund sind die beiden Boxberger Standorte auch ohne Ortsangabe. Dass es wenig bringt, die Pflanze auszugraben und im eigenen Garten zu setzen, sieht man, wenn man sich näher mit der Pflanze beschäftigt:

Im Gegensatz zu den meisten anderen Orchideenarten besitzt der Frauenschuh keine Knollen. Er bildet verdickte Rhizome als Speicherorgane aus, über die auch die vegetative Ausbreitung erfolgen kann. Am Ende der Vegetationsperiode stirbt die oberirdische Pflanze ab. Die Knospen für die nächstjährigen Sprosse werden gegen Ende der Blütezeit entwickelt. Die Knospen überwintern knapp unter der Erdoberfläche.
Die Pflanze lebt mit einem Pilz der Gattung Rhizoctonia in Symbiose. Die Ernährung erfolgt jahrelang über diesen Pilz, bevor das erste grüne Blatt nach etwa vier Jahren angelegt wird. Bis zur Blühreife können 16 Jahre vergehen. Individuen können mehrere hundert Jahre alt werden.

Die schmackhaften Knospen werden gerne von Wildschweinen im Winter ausgegraben und gefressen. Auch dies verhindert nun der Zaun. Im Jahr 2022 haben wir nun erstmalig die Anzahl der Blüten notiert, um eine Fortentwicklung des Bestandes erkennen zu können.

Herzlichen Dank an Revierförster Frank Löffler für sein Verständnis und die unbürokratische Hilfe.