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Frühblüher - Farbtupfer im tristen Wintergrau.

Fotos: Wilfried Keller & Michael Hökel

Wie gelingt es nun diesen Pflanzen, Eis und Schnee zu trotzen und bei Minusgraden trotzdem zu sprießen? Der Trick sind Zuckereinlagerungen in den unterirdischen Überwinterungsorganen dieser Pflanzen. Diese Zuckerreserve wurde während des letzten Frühjahres gebildet. Werden nun die Tage wieder länger und die Sonnen hat mehr Kraft, ist diese Zuckerreserve der entscheidende Faktor, um auch bei Kälte auszutreiben. Ein Vorteil gegenüber anderen Pflanzen: Insekten suchen sie verstärkt wegen der ersten Nektarnahrung im Jahr auf und bestäuben die Pflanzen dabei. Ein weiterer Vorteil: Das Blätterdach der Laubwälder hat sich so früh im Jahr noch nicht gebildet. Deshalb kann etwa 50 % des Lichtes den Waldboden erreichen. Im Sommer sind es nur noch 10 %.  Die Schneedecke isoliert den Boden, wodurch ein Gefrieren des Bodenwassers verhindert wird. Ja, die Frühblüher haben sogar einen Frostschutz erfunden: Schneeglöckchen z.B. lagern Salze ein und senken damit den Gefrierpunkt des Wassers in ihren Zellen.